Freispiel als Herzstück des Kinderhauses

Unsere Schwerpunkte beim Freispiel:

Freie Selbstbestimmung

In der Freispielphase bestimmt das Kind seine Tätigkeit, seine Spielkameraden, den Ort und die Zeitspanne selbst – es kann sich selbst verwirklichen und kennen lernen.

Freie Wahl der Tätigkeit

Durch die freie Wahl der Tätigkeit setzt das Kind sich selbst die Spiel- oder Lernaufgabe, sie wird ihm nicht von der Erzieherin gestellt. Wenn das Umfeld gut vorbereitet wurde, kann das Kind für sich evtl. höhere Lernerfolge erzielen als durch vorgegebene Aktionen mit konkreter Zielvorstellung.

Freie Wahl des Materials

Die Kinder können in der Freispielphase entscheiden, ob sie Material benutzen oder nicht. Um eine freie Wahl des Materials zu gewährleisten, muss ein breites Angebot vorhanden sein. Es ist wichtig, dass die Auswahl des Materials dem Alter und den verschiedenen Entwicklungsstufen der Kinder entspricht. Zum anderen muss darauf geachtet werden, dass das Materialangebot in vernünftigen Grenzen gehalten wird, um eine Reizüberflutung und damit eine Überforderung der Kinder zu vermeiden.

Freie Wahl der Spielkameraden

Das Kind hat die Freiheit zu entscheiden, ob es alleine, mit anderen Kindern oder mit der ErzieherInnen spielen möchte. Bei dieser Wahl wird das Kind auch mit der Freiheit der anderen oder mit den Gegebenheiten des Lebens konfrontiert, wenn die gewählten Kinder beschäftigt sind oder einfach nicht mit ihm spielen wollen.

Freie Wahl des Ortes

Zwischen den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten kann das Kind in der Freispielphase frei entscheiden, was allerdings auch nur in gewissen Grenzen möglich ist. (In einem kleinen Nebenraum (Lesezimmer) kann z. B. nicht die ganze Gruppe spielen.) Es ist wichtig, dass die zur Verfügung stehenden Räume den Bedürfnissen der Kinder entsprechend eingerichtet und genutzt werden.

Freie Wahl der Dauer einer Tätigkeit

Während der Freispielphase, die durch einen gewissen Zeitrahmen eingegrenzt ist, hat das Kind die Möglichkeit, die Dauer der von ihm gewählten Tätigkeit selbst zu bestimmen. Diese Freiheit wird durch andere Aktivitäten oder Umstände eingegrenzt, sollte den Kindern aber nach Möglichkeit gewährt werden.

Eine Phase in einem abgesteckten Zeitrahmen

Die Freispielphase wird durch den Zeitrahmen eingegrenzt, wobei der Zeitrahmen nicht zu eng gesteckt sein sollte. Der Zeitrahmen ist eine Grenze und Grenzen bieten Sicherheit. Zum andern ist Freiheit ohne Grenzen keine echte Freiheit. Nur durch eingrenzende Rahmenbedingungen ist es möglich, den Kindern ihre Freiheit im Freispiel zu gewähren. Bei der Auswahl der Spiele und der Spielmöglichkeiten legen wir Wert drauf, keine Zeitvertreiber anzubieten, sondern spezielles Spielmaterial zur Förderung der einzelnen Sinne des Kindes sowie der Gesamtheit. Das Material ist also so ausgewählt, dass es nie festgelegt ist in seiner Funktion, d.h. immer veränderbar bleibt, um die Phantasie und die Kreativität anzuregen. Dabei setzen wir klare und gleich bleibende Strukturen, um den Kindern Halt zu geben und eine Reizüberflutung zu vermeiden.

Wir versuchen in unseren Angeboten für vieles offen zu sein. So finden sich in unserer Arbeit Elemente von Maria Montessori, Emilio Reggio, Jean Piaget und Janusz Korcak wieder.

Da sich die Kinder in dieser Zeit meist sehr klar und unverfälscht zeigen, nutzen wir Erzieher die Zeit zur Beobachtung. Die Beobachtungen werden in einem Beobachtungsbuch aufgeschrieben und in den wöchentlichen Dienstbesprechungen thematisiert.